Platinen ätzen

Aus Chaos Computer Club Bremen e.V. (CCCHB)
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In der Embassy sind alle notwendigen Werkzeuge und Werkstoffe vorhanden, um Platinen mittels zu ätzen. Dabei wird die Direkt-Toner-Methode verwendet, bei der auf das Belichten der Platinen verzichtet wird. Geätzt wird derzeit mit Eisen(III)-Chlorid, aber bald™ kommt eventuell auch Natriumpersulfat dazu. Als Bügeleisen wird das Uralt-AEG-Bügeleisen empfohlen.

Howto: Platine ätzen

Im folgenden Howto wird beschrieben, welche Methode des Platinenätzens sich bei hochwissenschaftlichen Versuchen als beste Lösung herausgestellt hat. Natürlich sollte man trotzdem denken und nicht einfach blind drauflos ätzen.

Materialliste

  • Platinenrohling
  • Bügeleisen
  • Papier
  • Platinen-Layout
  • Dickes Tuch zum Bügeln
  • Papierhandtücher
  • Aceton
  • Eisen(III)-Chlorid
  • Verzogene Ätzwanne mit Wasser gefüllt
  • Andere Ätzwanne
  • Wasserhahn
  • Korrodierte Pinzette

Bemerkungen

Es empfiehlt sich die Ätzwanne mit dem Ätzmittel in die Nähe des Waschbeckens zu stellen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, irgendeine Unterlage zum Bügeln und zum Ätzen zu nutzen. Wer Bock hat kann auch Handschuhe verwenden, aber das ist weitesgehend optional.

Schritt 0: Layout ausdrucken

Das Layout kann mit dem Laserdrucker in der Embassy ausgedruckt werden. Dieser ist auf der IP 172.23.198.225 zu erreichen und ist ein HP LaserJet 1100. Es empfiehlt sich den Gutenprint-CUPS-Treiber zu nutzen, bei PostScript wird teilweise alles skaliert (Erfahrungsbericht™). Weiterhin sollte der untere Ausgang des Druckers gewählt werden, wenn mit dünnem Papier gearbeitet wird. Das Layout muss gespiegelt ausgedruckt werden!

Als Papier eignet sich im Grunde genommen eine Seite aus dem Reichelt-Katalog, der Pollin-Katalog ist nicht empfehlenswert. Wer Folien hat kann auch Folien nehmen, aber dann sollte man schon wissen, was man tut. Wie man Sachen ausdruckt sollte jeder selber wissen.

Schritt 1: Platine vorbereiten

Die Platine muss von jeglichem Schmutz, Fingerabdrücken, Fettflecken und alten Tonerspuren befreit werden. Dazu eignen sich die Papierhandtücher und das Aceton. Umgang mit Aceton sollte beherrscht werden.

Schritt 2: Bügeln

Beim Bügeln mit dem AEG-Bügeleisen muss die höchste Stufe gewählt werden. Dabei empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  1. Layout mit der bedruckten Seite auf die Platine legen
  2. Etwa 20 Sekunden mit dem Bügeleisen festdrücken
  3. Tuch über die Platine legen
  4. Etwa 5 bis 10 Minuten auf höchster Stufe mit mittlerem Druck weiterbügeln, kreisende Bewegungen haben sich als sinnvoll herausgestellt
  5. Platine 5 Minuten abkühlen lassen

Das Festdrücken des Layouts empfiehlt sich, damit das Layout an der Platine festklebt und nicht mehr verrutscht. Sonst ist das eine schreckliche Friemelarbeit. Das Abkühlen sollte passieren, da sonst komische Dinge im nächsten Schritt passierten (Todo: Ohne ausprobieren).

Schritt 3: Von groben Papierresten befreien

Nach dem Abkühlen soll man die Platine in das Wasserbad geben, das Papier ein paar Minuten einweichen lassen, und dann versuchen, die groben Papierreste zu entfernen. Dabei sollte nicht gerubbelt werden, sondern einfach nur mit einem Pinsel gearbeitet werden. Was festgeklebt ist kann drauf bleiben.

Schritt 4: Härten

Nach dem Befreien von groben Papierresten die Platine auf das heiße Bügeleisen für ein paar Minuten legen, sodass das Papier wieder sichtbar wird. Danach wieder in das Wasserbad zum Abkühlen geben und abtrocken.

Schritt 5: Ätzen

Beim Ätzen sollte auf Schutzkleidung geachtet werden. Handschuhe sollten wirklich vorhanden sein, es sei denn, man ist scheiße vorsichtig. Wenn etwas daneben geht, sollte es nicht direkt auf die AUCOOP-Tische sondern auf irgendwelche Unterlagen gelangen. Beim Ätzen muss dauernd die Schale bewegt werden, also sollte man sie nicht zu voll mit dem Eisen(III)-Chlorid füllen. Eine Pinzette ist hilfreich, um die Platine rauszuheben. Jegliches Metall wird korrodieren, sobald es mit dem Zeug im Berührung kommt.

Das eigentliche Ätzen dagegen ist recht einfach: Die Platine in trockenen, kalten Zustand in die Ätzflüssigkeit legen, evtl. runterdrücken und die Wanne bewegen, sodass der Schlamm von der Platine runtergespült wird. Immer mal wieder schauen, wie weit es geätzt ist.

Wenn kein Kupfer mehr sichtbar ist, ist die Platine wahrscheinlich fertig. Dann sollte die Platine aus dem Bad genommen werden und mit reichlich Wasser abgespült werden, damit keine Reste zurückbleiben. Das Waschbecken muss danach ein wenig gereinigt werden, damit keine gelben Flecken zurückbleiben. Lötbahnen die nicht 100% perfekt geworden sind können mit dem Cutter-Messer weiterbearbeitet werden.

Natriumpersulfat

Das Eisen(III)-Chlorid kann beliebig gegen gelöstes Natriumpersulfat ausgetauscht werden, dabei muss darauf geachtet werden, dass die Flüssigkeit auf 40°C bis 50°C geheizt werden sollte. Beste Methode: Wasserkocher + Große Keramikschüssel als Wasserbad und Ätzwanne reintun. Wenn es wehtut, dann ist es bestimmt über 40°C warm.

Das Natriumpersulfat sollte nicht zu sparsam verwendet werden, da es sonst ewig braucht und man nur schöne Muster sehen kann. Das heißt die Ätzwanne vielleicht 3 Platinenhöhen mit Wasser füllen und einen halben EL Natriumpersulfat rein. Wenn es nicht ausreichend Farbe hat, dann mehr. Wenn es grün ist, dann sollte man sich sorgen machen.

Das Papier

Bisher wurde folgendes Papier ausprobiert:

  • Reichelt-Katalog (Für gut befunden)
  • OHP-Folien (0/10, nicht wieder)
  • Silikonpapier (-10/10, bloß nicht wieder, der arme Drucker!)
  • Pollin-Katalog (Nicht so dolle)

Entsorgung

Für Natriumpersulfat existiert eine gesammelte Entsorgung in Form eines Kanisters. Diesen sollte man nicht falsch herum abstellen, da sich ein Loch im Deckel befindet. Für Eisen(III)-Chlorid gibt es keinen Kanister.